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Gewalt in Computerspielen

by karlstiefel - 25th November 2011 11:43 [Sonderfall] 2 3 4 »
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Gewalt in Videospielen ist ein Thema, mit dem wir uns auf dünnes Eis begeben. So dünn, dass wir es unter uns bereits knistern hören können. Wir nehmen eine unfreiwillige Kneipp-Kur allerdings für euch in Kauf, denn schließlich verlässt uns die Diskussion um "Killerspiele" und Co nicht so schnell. Sie ist sozusagen zeitlos – leider.

Sonderfall

Seit den frühen 90ern kommt es immer wieder zum Aufschrei von intoleranten und gerne unaufgeklärten Kritikern, die digitale Gewalt verurteilen. Das ist nichts Neues, jedes Medium hat eine Hass-Phase durchleben müssen. Vor den Spielen waren es Metal und Hip Hop, davor Filme, Schallplatten (auf denen ja rückwärts aufgenommene Geheimbotschaften zu finden sind), Comics, Bücher und die Schrift selbst. Ja, richtig gelesen – die Schrift. Der Philosoph Platon fand diese nämlich absolut überbewertet, da sie schlecht für das Gedächtnis ist und man sie ja nicht wie bei einem direkten Gespräch hinterfragen kann. „Schrift? So ein Schwachsinn! Das setzt sich sicherlich nicht durch ...“ - so abstrus die Vorwürfe an die unterschiedlichen Medien sind, so traurig ist oft der Hintergrund der Kritik. Am 22. Juli 2011 tötete Anders Behring Breivik insgesamt 77 Menschen. In seinem 1.500 Seiten starken Manifest lobte er Call of Duty als exzellente Trainings-Möglichkeit. Am 26. April 2002 forderte der Amoklauf von Robert Steinhäusler in Erfurt 17 Todesopfer und auf seinem Rechner waren Return to Castle Wolfenstein, Hitman und Half Life installiert. Ähnlich die Bluttat von Sebastian B. am 20. November 2006 in Emsdetten, die 32 Opfer forderte. Auch er zockte gerne die verteufelten "Killerspiele". Drei Beispiele, die natürlich erstklassigen Treibstoff für die Kritik-Motoren liefern konnten. Wer sich jedoch wirklich mit dem Thema auseinandersetzt, wird sich mit der grundsätzlichen Verwendung von Gewalt in Spielen beschäftigen müssen.

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Ok, das ist NICHT hilfreich!


Dafür müssen wir noch etwas weiter ausholen und zwar genauer gesagt bis zur Rolle der Spiele in der Gesellschaft. Wir sind eine Generation, die mit Games aufgewachsen ist. Klassische Spieleserien wie The Legend of Zelda oder Super Mario Bros. sind gleich alt wie wir - Zeit unseres Lebens haben uns also Spiele begleitet. Mittlerweile sind sie ein fixer Bestandteil unseres digitalen Lebens. Doch nicht nur Hardcore-Zocker spielen öfters, sondern auch Casual-Gamer widmen sich gerne den Angry Birds auf ihrem iPhone oder FarmVille auf Facebook. Spiele sind ein Medium, das genauso weit verbreitet ist wie Bücher, Musik oder Filme. Überall gibt es Inhalte unterschiedlicher Natur und damit auch zum Beispiel Horrorfilme, Death-Metal, brutale Bücher mit detailreichen Beschreibungen von Mord und Totschlag ... und dann natürlich auch 3D-Shooter. Gewalt ist also nicht nur auf eine Form begrenzt. Aber etwas unterscheidet die Computerspiele dann doch von allen anderen Medienformen: Die Interaktivität. Ein Spiel ist nicht schon beim Verkauf fertig abgedreht, komponiert oder geschrieben - ein Teil fehlt nämlich bei jedem Exemplar und es liegt an uns, dieses ausstehende Element zu ergänzen. Um was es sich dabei handelt? Uns selbst!

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